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Hohenzollern Hochwasser Warnung

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Starzel Wiki: Jahrhunderthochwasser

Info- und Meldesystem für Hochwasserwarnung für die Region Killertal/Starzel

Ursachen des Jahrhunderthochwassers 2008

Das Jahrhunderthochwasser in der Region Hechingen/Killertal war ein typisches Gewitter-Hochwasser, das durch sehr starken lokalen Regen ausgelöst wurde. Typisch ist dabei, dass das Hochwasser relativ schnell z.B. in 15 - 60 Minuten lokal ansteigt. Hochwasser an den großen Flüssen wie Donau, Neckar, Mosel, Rhein und Oder steigt dagegen relativ langsam in Stunden oder gar in Tagen an. Während Gemeinden, die von Langsam-Hochwasser gefährdet sind ( Hochwasser Bürgerinitiative Rodenkirchen), meist gut funktionierende Vorsorge- und Notfallpläne haben, gibt es in den Gemeinden, die von Sturz-Hochwasser gefährdet sind, meist keine wirksame Beratung und keine detaillierten Notfallpläne. Meist herrscht auf den Rathäusern die Meinung, bei solchen Jahrhundertunwettern könne man sowieso nichts machen. Komisch ist nur, dass die Jahrhunderthochwasser fast alle Jahre in verschiedenen Gemeinden vorkommen. Deshalb sollte man Hochwasser in jedem Fall analysieren und versuchen Vorkehrungen zu treffen, um den Schaden beim nächste Hochwasser möglichst klein zu halten. 


Videos und Fotos

  YouTube - Unwetter in Hechingen am 2.6.2008
  YouTube - Hochwasserkatastrophe in Jungingen
  Überschwemmung im Killertal (Bilder und Videos)
  Alle Wünsche werden klein
  Video Dokumentation Unwetter Hechingen 2008


Lage des Hochwassergebiets

Hechingen und Killertal

Südlich von Hechingen steigt das Killertal mit dem kleinen Fluß Starzel von Hechingen (525 M ü NN) bis nach Burladingen (722 M ü NN) am Rande der Alb hinauf. Zwischen dem Dreifürstenstein im Vordergrund und dem Hochenzollern liegt eine fast ideale halbrunde Schüssel, die den Regen auffängt und nach Hechingen ableitet. Im Killertal wurden in den Orten Schlatt, Jungingen, Hausen und auch in Burladingen die Hänge stark besiedelt und mit Hangstraßen bebaut, die Oberflächenwasser  sehr schnell weiterleiten. Ähnliche Situationen findet man in Deutschland entlang der Mittelgebirge und Alpen häufig.
 

Starzel Karte

Die Entfernung Burladingen-Hechingen beträgt 15 km und die Entfernung Hechingen-Rangendingen beträgt 9 km. Für diese Entfernung brauchen sowohl Gewitter als auch extreme Flutwellen eine gewisse Zeit, die man für Vorsorgemaßnahmen nutzen kann.
 
Die möglichen Vorwarnzeiten liegen beim Jahrhunderthochwasser zwischen 1 Stunde am Oberlauf der Starzel und bis zu 4 Stunden am Unterlauf. Man muss unterscheiden zwischen der Warnung vor dem Gewitterregen (z.B. Hechingen warnt die Gemeinden am Oberlauf) und Warnung vor der Flutwelle (z.B. Jungingen warnt Hechingen und Rangendingen). In allen Fällen kann man die Bevölkerung mindestens eine Stunde vor der Überschwemmung warnen. 

 

Kritische Punkte - Brücken

Besonders kritische Punkte waren vor allem alte Brücken u.a. in Jungingen und Hechingen, deren Durchlassquerschnitt viel zu klein war und zusätzlich noch durch angeschwemmtes Holz versperrt wurde. Die alten Brücken wurden zerstört. Spezielle Ironie des Schicksals - die Spittelbrücke in Hechingen (ist z.B. auf dem Faltblatt Hochwasser-Vorsorge des Landes Baden-Württemberg abgebildet) war erst einige Tage vorher nach der Renovierung der Schäden vom Vorjahr neu eröffnet worden. 
 
Nun hat sich schon wieder eine nostalgische Brückeninitiative gegründet, die Geld sammelt, um die alte Brücke wieder aufzubauen. Die Flussanlieger werden sich über den Aufbau der Staumauer zur Flutung ihrer Wohnhäuser beim nächsten Hochwasser sicher freuen!















Niederschläge Hechingen - Hausen 02062008
In Hechingen hat es zwischen 17 und 18 Uhr stark geregnet - es fielen im Mittel etwa 32 l/m² (das entspricht 32 mm/h). Kurzzeitig fielen aber bis zu 50 l/m². Das ist eine Regenmenge wie sie in Deutschland immer wieder vorkommt. Dies führte aber noch nicht zu größeren Überschwemmungen in Hechingen. Nach 18 Uhr regnete es nur noch ganz wenig. In Hechingen konnte man also annehmen, dass die Hochwassergefahr vorüber war. Das Gewitter zog jedoch das Killertal hoch. In Hausen war der stärkste Regen zwischen 18 und 19 Uhr.

Pegel Starzel 02062008
Leider wird der Pegel der Starzel nur in Rangendingen gemessen. Man sieht aber sofort, dass die starken Regenfälle in Hechingen bis 18 Uhr den Pegelstand der Starzel in Rangendingen erst gegen 20 Uhr erhöht haben. Der maximale Pegel wurde in Rangendingen erst gegen 23 Uhr erreicht. Der Pegelstand war in Wirklichkeit noch höher, da das Messsystem in Rangendingen keine höheren Pegel messen kann. In Hechingen wurde der höchste Stand des Wassers etwa um 20:15 erreicht, als die Hochwasserwelle aus dem Killertal Hechingen (Video Hochwasser Hechingen) erreichte. Das Technische Hilfswerk Hechingen rückte um 19:30 aus.
 
Bei extremen Hochwassern muss man nicht nur die lokale Regenmenge sondern auch die Topographie der Umgebung beachten und die Probleme ganzheitlich lösen.  Theoretisch soll das Problem der Unwettervorhersage in kleinen Gebieten mit dem EU Projekt Hydrate angegangen werden. Ganz praktisch können die Flussanlieger das Problem der Hochwasservorhersage durch einen Blick aus dem Fenster lösen.